3. Tag: (Martigny / Liddes) – Grosser St. Bernhard – Aosta – Kleiner St. Bernhard – Séez
116.2 Kilometer, ca. 1600 Höhenmeter, Mittel 24.3 km/h, Fahrzeit 4:47h
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3. Tag: (Martigny / Liddes) – Grosser St. Bernhard – Aosta – Kleiner St. Bernhard – Séez
116.2 Kilometer, ca. 1600 Höhenmeter, Mittel 24.3 km/h, Fahrzeit 4:47h
Und kaum hatten wir La Thuile hinter uns gelassen, begann es auch schon zu schütten. Dazu blitzte und donnerte es. Meine Skepsis, die sich aus der anfänglichen Vorfreude verwandelt hatte, schlug nun schlagartig in Wut um. Nun galt es, die ganze Sache möglichst schnell und unbeschadet und «trocken» hinter sich zu bringen. Wobei letzteres unmöglich und nicht wichtig war, denn es gab andere Probleme: viel mehr Sorgen machte ich mir wegen der Blitze. Die Strasse schlängelte sich zum Glück durch Wald und unter zahlreichen Freileitungen hindurch, ein gewisser Schutz vor Blitzen war damit vorhanden. Ich fuhr aber schneller, als ich normalerweise an diesem Pass gefahren wäre. Fast wie an den kleinen Jurapässchen daheim vor der Haustür. Lieber müde ankommen als das Risiko eines Blitzschlags verlängern. Es blitzte zwar relativ selten, aber Blitze sind Blitze. Das hörbare Herzklopfen in meinem Schädel verriet mir, dass ich in einem wohl nicht mehr ganz so nachhaltigen Leistungsbereich fuhr!
Die «vier Kilometer» zogen sich irgendwie. Ich war jeweils froh, wenn ich wieder Freileitungen über mir hatte, diese bilden einen gewissen Schutz. Doch immer wieder musste man diese natürlich zurücklassen, und allmählich schraubten sich diese vom Regen beschütteten Serpentinen auch noch über die Baumgrenze! Die Bäume wurden kleiner und rarer, von Wald war nicht mehr viel zu sehen. Es regnete weiter, die hell aufflammenden Blitze liessen mich manchmal zusammenzucken. Und mein Rad hatte einen Stahl-Rahmen. Manchmal überlegte ich mir, ob es nicht klüger wäre, sich vom Rad entfernt irgendwo hinzusetzen, bis das Gewitter nachlässt. Doch ich beschleunigte weiter, das Gewitter schien nicht so heftig. Im Nachhinein vermute ich, dass es weitaus gefährlichere Momente auf unserer Tour gab als diesen. Aber hier gab es keine Abfahrt, wo man nachher zu Hause ist und sich einen Tag lang ausruhen kann. Nein, im Gegenteil. Der Anstieg wollte und wollte erst mal nicht aufhören. Pässe fahren macht Spass, doch bei dem Gewitterregen erwies sich der Kleine St. Bernhard als unerbittlich. Und bei Pässen kommt bei Regen auch noch was ganz anderes dazu: Kälte. Es wird sehr schnell eisig kalt.
Etwa drei Mal glaubte ich, die Passhöhe erreicht zu haben. Beim ersten Mal ein Gasthaus mit italienischen und französischen Flaggen! Doch die Strasse führte jedes Mal gnadenlos noch weiter. Durch Gebiete mit noch weniger Bäumen, bluttes Land eben. Wenn das nur gut geht. Mittlerweile war ich definitiv davon überzeugt, dass das mit den «vier Kilometern» ein Rechnungsfehler gewesen sein musste: ich war laut Bike-Computer schon viel weiter gefahren, und ein Ende war nicht absehbar.
Etwas weiter begegnete mir ein Wagen mit französischen Kennzeichen, der vom Pass herunterfuhr. Überhaupt hatte es sonst sehr wenig Verkehr, Autos begegneten einem höchstens alle paar Minuten mal. Doch bei diesen Insassen erregte ich wohl Aufmerksamkeit: sie öffneten das Fenster und lachten mich laut aus. Die anderen unserer Gruppe erzählten später das gleiche. Man könnte die zur Strafe dazu verurteilen, nochmal umzukehren und das Auto über den Pass zu stossen.
Dann erblickte ich einen Mercedes, der gemütlich am Berg fuhr. Ich stellte mir vor, wie ein Herr drin sass und die Fahrt über den düsteren, verregneten Pass genoss. Mit eingeschalteter Heizung, Scheibenwischer, Ledersitzen, holzverkleideten Armaturen und ein bisschen Chopin-Musik. In diesem Moment hätte ich gerne mit ihm getauscht: ich ins Auto und er aufs Rennrad!
Der Weg war von da an noch weit, doch der Regen liess endlich etwas nach. Das beste aber: es hatte mittlerweile aufgehört zu blitzen. Nun konnte ich wieder etwas ruhiger fahren. Es war schon Abend, und die tief hängenden Wolken sorgten für eine noch düsterere Stimmung. Als ich endlich eine Art «Flugpiste» erblickte, war dies die Zielgerade direkt zur Passhöhe. Endlich. Fast nicht zu glauben, aber diesmal war sie es wirklich! Ein Beweisfoto noch vom Schild des Col du Petit San Bernard auf 2188m, und schon riefen mir Georg und Julian aus einem kleinen Gasthaus zu, ich solle reinkommen. Die beiden waren schon vor mir oben angekommen. Völlig durchnässt genossen wir einen heissen Tee. Doch es war bereits nach 20 Uhr, und die Station schloss um 20:30 Uhr. Marc und Marcel kamen früh genug, dass auch sie noch einen Tee erhielten. Wir hatten aber nicht mehr lange Zeit und mussten bald runterfahren, und zwar am besten gleich ins nächste Hotel.